So schön planlos.

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Ich musste schon einmal kurz schlucken, als sie ganz ohne Pause von ihren Plänen für die Sommerferien erzählte. „Okay.“, dachte ich. „Ach, dahin fahrt ihr? Oh, das klingt ja echt toll!“, antwortete ich.
Die Sonne geht unter und uns fallen die letzen Strahlen entgegen. Rotorange, so wie im Film. Die letzten Sonnenstrahlen auf der Haut und die nackten Füße im Gras - so spartanisch, so simpel. 
Es ist krass, wie schnell die Zeit vergeht. Kaum zu glauben, schon wieder ist ein Jahr vorbei. Nur noch 3 Jahre, dann haben wir’s geschafft.“, sagte sie. 
Richtig. Abschluss. Zukunft. Ein komisches Gefühl daran zu denken, dass es gar nicht mehr lange dauert und bald schon wieder ein neues Kapitel in unserem Leben beginnt. Und das schreibt jeder für sich alleine. Jeder hat ein anderes Buch und fängt ein anderes Kapitel an. 
Und wenn ich so nachdenke, ist es gar nichts Besonderes. Unsere diesjährigen Abiturienten gehen, und nächstes Jahr wird das wieder der Fall sein. Und das geht immer so weiter. Es fällt nicht großartig auf, sie gehen einfach. Jeder seinen Weg für sich. Jeder seinen geplanten Weg.

Ich schaue auf mein Handy, die Sonne ist bereits untergegangen und ich sehe eine Nachricht hell aufleuchten: „Schöne Ferien! Genieße die Zeit!“. In diesem Moment habe ich gerade einmal so richtig realisiert, dass nun sechs Wochen Ferien vor mir liegen. So ganz ohne Schulstress, so ganz ohne Arbeiten. Sechs Wochen. Es ist ein komisches Gefühl zu wissen, dass man das Schuljahr hinter sich hat. Klar, ist es eine Erleichterung, aber irgendwie auch komisch. 

Plötzlich fragte sie: „Und was machst du so in den Ferien?
Als ich auf ihre Frage sagte, dass ich eine Woche in Erfurt bin, andere Städte kurz besuche und ein wenig Ferienarbeit mache, antwortete sie mit einem „Oh, cool. Und dann? Was machst du sonst, also wenn du zu Hause bist?“. 
Ich weiß es noch nicht. Ich bin planlos. Da ist nichts, was unbedingt gemacht werden muss. Keine Verpflichtung oder so. Und das ist irgendwie ein schönes Gefühl. Zu wissen, dass ich machen kann, worauf ich Lust habe. Dass ich bis in die Nacht aufbleiben kann und dann ewig lang ausschlafen kann, denn ich muss ja nicht um fünf aufstehen. Dass ich schreiben und fotografieren kann, egal wann, weil ich ja sonst keine Schulsachen erledigen muss. Einfach wenn ich Lust habe. Und während wir über unsere Pläne reden, merke ich, wie wir uns die Ferien verdient haben. Es ist wie ein „Ruheschalter“ im Kopf, der auf einmal merkt, dass er es (für sechs Wochen zumindest) geschafft hat. Kennt ihr das? Das Gefühl von Erleichterung. 
Erst in sechs Wochen fängt ein neues Schuljahr an, mit neuen Herausforderungen. Und es ist ein noch komischeres Gefühl zu wissen, dass alles von 0 anfängt. Wie, als wäre nie etwas gewesen. Klar, wir bauen auf alten Stoff auf, aber unsere Noten fangen wieder von 0 an. 
Nicht unbedingt ein neues Kapitel, nein, eine neue Überschrift. 


Und plötzlich fällt mir auf, wie schnell wir die letzten Seiten gelesen haben, wie sie verflogen sind. 

Zukunft. Es scheint alles nur noch ein paar Straßen, ein paar Meter entfernt. Wenn ich so darüber nachdenke, weiß ich gar nicht mehr, wie meine Zeugnis vor einem Jahr aussah, geschweige denn von vor 2 oder 3 Jahren. Es war nie schlecht, aber wie genau es war - keine Ahnung. Ich weiß nur, dass das die Belohnung für die Zeit und Kraft war. Aber im Endeffekt fing ich jedes Jahr wieder von vorne an. Von 0. Es interessiert keinen mehr, was ich vorheriges Jahr für eine Note in Sport hatte.
Keiner fragt mehr danach, es ist einfach nicht mehr interessant. Wie ausgelöscht. Und vor allem die Frage, ob ich einiges Wissen davon noch einmal gebraucht habe, sollte ich schnellstens wieder aus meinem Kopf verschwinden lassen. Denn diese Frage kann ich überwiegend mit einem „Nein“ beantworten. Spätestens bis zum Abi zumindest. Das ist auch egal, es gibt Sachen, die lernt man einfach. Und bevor ich den ganzen Lehrplan in Frage stelle, schau ich mir lieber den Sonnenuntergang an. 
Jetzt habe ich ja Zeit dafür. Und das so ganz ohne Plan. So schön planlos. 

Wo wir hinfahren, mit wem wir was machen und wann wir Freizeit haben - alles wird geplant. Das Häkchen im Kalender muss mit Sorgfalt gemacht werden. Und schließlich ist ein bisschen Planung ja auch von Vorteil. Wir haben ja schließlich nicht immer Zeit, oder? 
Wir fahren zwar in den Urlaub und genießen die Zeit, selten jedoch ohne darüber nachzudenken, was wir in der folgenden Woche machen. 
Planen. Planen. Planen. 
Mein Plan für den Sommer? Einfach genießen. Ohne darüber nachzudenken, was in sechs Wochen Neues auf mich zukommt. Und Sachen unternehmen! Freunde anrufen und zusammen Zeit verbringen. So ganz spontan und ohne Zwang. Pro Spontanität und so. 
Kein richtiger Zeitplan, nur Sachen, die auf meiner „Summer Bucket List“ stehen.


MEINE 6 (ungeplanten) PLÄNE FÜR DEN SOMMER: 
  • Ein Picknick an einem See machen (Einfach irgendwo hinfahren, einkaufen und picknicken, am besten mit ganz viel Sonnenschein im Gesicht:)
  • Renovierung des Gartenhauses + anschließendes Grillen mit Freunden
  • Ein Buch lesen und endlich braun werden 
  • In den Urlaub fahren 
  • So viel Sonnenuntergänge wie möglich beobachten und fotografieren
  • Mit Freunden einen Serienmarathon beginnen und bis in die Nacht quatschen


Wie sieht Euer Sommer aus? 





1 Kommentar:

  1. Schöne Pläne! Viel besser, so 'ungeplant' an eine Sache ranzugehen :) Ich habe keine großartigen Pläne für den Sommer, habe eh erst wieder im Oktober Urlaub. Würde mich aber schon sehr über angenehme Temperaturen und Sonnenschein freuen, dann ergibt sich eh schnell irgendwas wie Strand, See, Grillen usw. :)

    LG von schneegloeckchen21.blogspot.de

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